Heutzutage scheint die Wahl des Betriebssystems auf dem heimischen Rechner ja schon fast der Entscheidung über die eigenen Religionszugehörigkeit zu gleichen. Der Eifer, mit dem die Verfechter des einen oder anderen 'OS' sich gegenseitig bekämpfen nimmt denn auch oft Züge an, die denen religiöser Fundamentalisten erschreckend ähneln.
Wieso eigentlich?
Spielt die Wahl eines Betriebssysteme den wirklich eine so grosse Rolle?
Rein objektive betrachtet wohl eher nicht. Die Zeiten, da sich unterschiedliche Systeme partout nicht vertragen wollten, sind vorbei. Jedes Betriebssystem, das etwas auf sich hält, hat sich längst dem Thema 'Interoperabilität' verschrieben. Protokolle für den Netzwerkverkehr und Server-Dienste sind längst standardisiert und harmonieren prächtig. Daran kann es ja wohl nicht liegen.
Woran denn sonst?
Ach ja, 'Kompatibilität' ist das grosse Thema und wird immer wieder gerne als Argument für oder wider das eine oder andere System ins Feld geführt. Gemeint ist damit eigentlich die Kompatilität der Dateiformate. Die meisten Leute - IT Spezialisten eingeschlossen - meinen damit aber meist etwas anderes, nämlich die Frage, ob denn ihre Lieblings-Applikation auf dem gesuchten Betriebssystem verfügbar ist, oder nicht.
Ist aber dies wirklich das entscheidende Kriterium?
Spielt es eine Rolle, ob mein 'MS Word' wirklich unter Linux läuft?
Eigentlich liegt die entscheidende Frage doch darin: kann ich unter Betriebssystems 'x' meine Daten weiter verwenden oder nicht?
Diese Frage lässt sich durch das Betriebssystem alleine nicht mehr beantworten. Vielmehr ist das Zusammenspiel von Betriebssystem und Applikation massgebend. Genau hier liegt aber der Hase im Pfeffer. Hier liegt der springende Punkt, den Anbieter proprietärer Systeme gnadenlos ausnutzen können.
Haben Sie schon mal versucht, ein MS Windows Betriebssystem aufzurüsten, ohne die Applikations-Software neu zu installieren oder sogar neu kaufen zu müssen?
Die Zeit ist reif für eine neue Diskussion, nämlich die Frage der Formate, in denen Informationen abgelegt werden. Lassen wir die unnötige Diskussion über das 'richtige' Betriebssystem und stellen wir uns der Herausforderung, was denn die 'richtigen' Dateiformate seien.
? Haben Sie schon mal ein zehn Jahre altest 'Word' Dokument öffnen können und sah es danach überhaupt noch so aus, wie damals?
Wenn Sie wie ich die Erfahrung gemacht haben, dass Dokumente sich nur in dem Programm sauber bearbeiten lassen, in dem sie erstellt wurden, dann ist es Zeit, die Speicherung unserer Informationen neu zu organisieren.
Der Kampf der Betriebssysteme war gestern, das Gerangel um die Dateiformate der Zukunft hat begonnen!