Seltsame Blüten treibt bekanntlich die 'Saure Gurken Zeit'. Im Moment gibt es ja wirklich genügend Schreckensmeldungen aus der ganzen Welt. Doch irgendwie ist man sich die negativen Schlagzeilen aus den Konfliktregionen dieser Welt nun langsam leid und da kam die Meldung über freilebende Känguruhs natürlich gerade recht.
So kam es denn, dass mein Heimatdorf, das längst nicht einmal auf allen Schweizer Landkarten zu finden ist, es plötzlich in die nationalen Schlagzeilen schaffte.
Freilebende Känguruhs ist man sich ja eher aus Australien gewohnt und so interessierte sich plötzlich die Nation für zwei dieser - halb zahmen - Tiere, denen es offenbar auch in unserem rauhen Klima ganz gut ging.
Schon bald klärte sich auch die Frage, woher die beiden Tiere kamen, waren sie doch ihrem Besitzer im Nachbardorf kurzerhand ausgerissen.
Das sich die Geschichte dann über Gebühr lange in den Schlagzeilen hielt, lag daran, wie die gewissenhaften, schweizer Behörden diese 'Problem' lösen wollten. Vermutlich hatten sie sich die deutsche Hatz auf den 'Problembären' Bruno zum Vorbild genommen und so kam es dass:
- 11 Polizisten
- 3 Jäger
- 2 Tierärzte
Jagd auf die beiden Ausreisser machten.
Ob der Aufwand dieser Aktion gerechtfertigt war, oder nicht, mögen andere entscheiden. Tatsache ist, dass sie Themal einer Reihe von Leserbriefen wurde und wohl auch ein beliebtes Fasnachts-Sujet abgeben wird. Die beiden Beuteltiere liessen sich dadurch auf jeden Fall wenig beeindrucken. Nach einigen Tagen waren sie ihrer neugewonnenen Freiheit von alleine überdrüssig und so kehrten sie eines nach dem anderen reumütig und ganz aus eigenen Stücken zu ihrem Besitzer zurück.
Ob die amtlich organisierte Jagd letztendlich also erfolgreich war, oder eher als Schildbürgerstreich gelten soll, muss jeder für sich entscheiden. Aber es ist auf jeden Fall beruhigend zu wissen, dass unsere Obrigkeit keine Mühen scheut, ihre Einwohner vor den gefahren freilebender Wildtiere zu schützen, damit der sonntägliche Waldspaziergang nicht plötzlich zum Horrortrip mutiert, wenn man eine Begegnung der dritten Art macht:

( Vielen Dank an Thomas Räss für die tollen Photos! )