Eigentlich will ich keine "alten" Kunstwerke vorstellen, doch der Zaubermantel ist mein ganzer Stolz; es steckt so viel Herzblut drin...
Vor einem Jahr hab ich mir den Zaubermantel aus der Augustburda des Jahres 2005 genäht. An diesem Mantel habe ich sehr viel gelernt. Ist aber auch klar, denn ich habe ca. 100 Stunden daran abgepaust, gesteckt, geschnitten und genäht. Einige Male stand ich an, doch nach einer Pause und nochmaligem Stecken gings dann immer irgendwie weiter. Mir haben vor allem die verspielten Details gefallen. So viele verschiedene Arten in einem Mantel vereint, einfach toll. Das musste ich einfach haben. So hab ich am Stoffmarkt in Mannheim mit meinem Mann Stoff gesucht. Der dunkelrote war schnell gefunden (fragt mich aber bitte nicht, was es für einer ist!), denn dies ist meine Lieblingsfarbe und steht mir auch ganz gut, wie ich finde. Den Kontraststoff hat Christian gefunden. Er findet zu allem einen passenden Stoff, mit seinem Auge für Farben. Tja, und nun ist er mein persönlicher Berater geworden und muss auf jeden Stoffmarkt mitkommen 
Bei der Verarbeitung habe ich der Beschreibung artig gehorcht, bis auf den Kragen und die Knopfleiste. Den Kragen habe ich mit Volumenvlies stabilisiert und die Knopfleiste sprang immer auf. Dies kann ja darauf hindeuten, dass die Knöpfe falsch sitzen oder der Mantel zu eng ist. Aber bei mir war beides nicht der Fall. Als ich eine Schneiderin aus der Familie getroffen hatte, bekam ich Rat. Eine Naht zwischen den Knöpfen. Sie meinte, dass solch offene Knopflisten kaum einmal zu bleiben. Also hab ich den Mantel nochmals aufgetrennt und die Änderungen gemacht. Hier ist der Entstehungspozess!
Nun bin ich also stolze Besitzerin dieses Mantels und trage ihn leidenschaftlich gerne. Auf der Strasse kriege ich total viele Komplimente und viele Blicken folgen mir.
Dies geniesse ich natürlich sehr und ziehe den Mantel auch sehr gerne an. Nun habe ich mir heute überlegt den Mantel noch einmal wintertauglich zu nähen. Ich brauch einfach mal wieder eine nähtechnische Herausforderung. Eigentlich habe ich ein Projekt um mich mal wider selber zu fordern. Doch ich habe die Schnittmuster vergessen und konnte deshalb keine Stoffe auf dem Stoffmarkt in Karlsruhe suchen und kaufen. Aber: aufgeschoben ist nicht aufgehoben!