Ich wollte euch noch ein wenig von dem Berninawochenende erzählen.

Also begonnen hat das Wochenende mit der Werksbesichtigung. Anfangs war es nicht so spannend, weil ich weiss wie man Nähmaschinenfüsse schleift. Doch als wir ans Förderband für die 830 kamen wurde es richtig toll. Da arbeiten zehn Leute an einem Förderband. Jeder hat 18 Minuten Zeit um seinen Arbeitsschritt zu machen. Nach der Hälfte wird die Maschine schon das erste Mal getestet. Dies weiss ich so genau, weil ich ins Gespräch mit einem Angestellten kam. Ja, die Leute nehmen sich richtig Zeit und beantworten alle Fragen. Das fand ich grandios! Wenn die Maschine fertig ist wird sie eingenäht. In einem Glashaus sitzen zwei Männer, die an der Maschine sehr viel testen. Wie Ulla mir erzählt hat, haben die Maschinen auch schon sehr viele Stiche drauf, wenn sie beim Endverbraucher ankommen. Die Maschinen und das Zubehör werden von Hand verpackt. Am liebsten wäre ich mit meinem Auto an das Förderband gefahren...
Übrigens muss 58% der Herstellung in der Schweiz gemacht werden, sonst darf kein "made in Switzerland" drauf stehen!

Danach sahen wir noch eine Station, wo die Nähfüsse getestet werden. Die Füsse werden eingespannt und danach wird getestet ob die Nähfüsse gerade aufliegen, damit der Stoff auch richtig transportiert wird.
Ich habe noch nie eine Nähmaschinenfabrik angeschaut. Darum kann ich nicht vergleichen, aber es ist auf jeden Fall sehr viel Handarbeit. Alle Mitarbeiter freuen sich, wenn man ihnen Fragen stellt und sie was von ihrer Tätigkeit erzählen können. Also wenn ihr mal die Gelegenheit habt, schaut euch das Berninawerk an!
Weitere Bilder vom Werk findet man übrigens HIER!
Am Samstag durften wir dann an die Maschinen und haben uns eine Patchworktasche genäht. Dieses Täschchen war gut um zu sehen, wie sich die Maschine verhält. Anfangs war ich überhaupt nicht zufrieden, weil die Fadenspannung nicht gepasst hatte, doch als ich dieses Thema dann im Griff hatte, ging es ganz gut.

Nach einer Stärkung in der Pizzeria ging es am Nachmittag an die Elefantentasche. Bei der Tasche haben wir mit dem grossen Rahmen gearbeitet. Das war für mich sehr spannend. Der Anfangsfaden wird von der Maschine meist auf die linke Seite gezogen. Was mich aber an der Maschine richtig doll stört ist, dass ich drei Mal den Startknopf drücken muss bevor die Maschine beginnt. Es wurde mir erklärt, dass dies eine Sicherheit darstelle, doch ich finde es mangelnde Bedienerfreundlichkeit.

Nach dem Sticken waren Knopflöcher zu nähen. Da ich mit der Knopflochautomatik nicht zurecht komme, bat ich um Hilfe. So wurde mir gezeigt, wie ich die Knopflöcher einzustellen habe. Und wisst ihr was, ich habe noch nie so schöne Knopflöcher in so kurzer Zeit genäht. Also von dieser Technik bin ich restlos begeistert!
Am Sonntagmorgen besuchte ich noch den Overlockkurs. Auch da habe ich viel gelernt. So viel wusste ich nämlich gar nicht über Overlocks. So entstand die schöne Ordnerhülle in den Berninafarben. Und nebenbei konnte ich viele Tipps und Tricks mit nach Hause nehmen.

Nach dem Overlockkurs habe ich nochmals gestickt und danach nahm sich Ulla Zeit für mich und hat mir ganz viel gezeigt, was die Maschine sonst noch alles kann. Tja, und nun brauche ich so eine Maschine...
Und der Chef Herr Ültschi kam höchst persönlich auch noch vorbei!

Rundum ein gelungenes Wochenende. Welches nach einer Widerholung schreit! Es war toll mit euch, ihr lieben Leute. Vielleicht sieht man sich ja mal wieder!