Vom Freitag bis Montag durfte ich mit einer Freundin nach Piber fahren. Am Freitagmorgen ging es los. Wir fuhren über die Landstrassen, damit wir auch was von der Gegend sehen konnten. Dass hat sich sehr rentiert, denn es war ein goldiger Herbsttag. So hielten wir bei einem Forellenteich, wo diese weit aus dem Wasser sprangen um sich ihr Essen zu holen. Danach ging es weiter über den Obertauern. Da fühlte ich mich fast wie zu Hause, einfach wunderschön!
Am Nachmittag kamen wir dann in Piber an. Piber ist bekannt für seine Lipizzaner, die vorwiegend für die Spanische Hofreitschule in Wien gezüchtet werden. Das Schloss welches in Piber steht war einmal ein Kloster, wurde aber 1798 zu einem Gestüt, zur Zucht von militärischen Pferden, umgestaltet. Seit Beginn des ersten Weltkrieges wurde die Zucht der Lipizzaner hier her verlegt, zuvor war diese in Lipizza in Slowenien. Während dem zweiten Weltkrieg wurde das Gestüt nach Tschechien übersiedelt, wo man nach Kriegsende Angst hatte, dass es in sowjetische Hände geraten könne. Die Amerikaner trängten die Sowjets zurück, so dass man die Pferde nach Oberösterreich in Sicherheit bringen konnte. Erst 1952 kehrten die Pferde nach Piber zurück. Heute ist Piber mit seinem Schloss und dem Gestüt ein Ausflugsziel für Leute von Nah und Fern.
Nachdem wir die "Piberoma" begrüsst hatten fuhren wir in die Weltmetropole Köflach zum Einkaufen. Wie schön ist es wenn man im Einkaufszentrum begrüsst wird und die Lebensmittel schön ausgelegt werden. Wir wussten gleich wieder, was wir in Deutschland vermissen..
Wir kauften uns gleich "Extrawurst", hmmm, lecker, wenn ihr mal in Österreich seit müsst ihr dies unbedingt kosten. Aber vorsicht hier sagt man 10 Deka anstatt 100gr. 
Am nächsten Tag, es ist schon Samstag, wurde mir/uns Graz gezeigt. Graz ist ein schöne Stadt mit sehr vielen alten Häusern. Aber das wichtigste ist der Schlossberg. Der ganze Stolz der Stadt, aber zu Recht! Man kann über eine Steintreppe auf den Schlossberg gelangen, oder aber man nimmt die Standseilbahn. Oben angekommen wollte das Wetter noch nicht so mitspielen, der Hochnebel wollte einfach nicht weg. Doch wir hatten es besser als in Rosenheim, denn da regnete es...
Wir schauten uns auf dem Schlossberg um und fanden einige Pavillons, Kanonen, Flötenspieler und natürlich jede Menge Aussicht. Als wir dann Hunger bekamen setzten wir uns auf die Gartenterasse beim Uhrturm und just in diesem Meoment kam die Sonne raus. Tja, wenn Engel reisen...
Da die Kinder schon um sechs Uhr aufgestanden sind wurden sie schon bald müde, so dass wir zum Auto zurück liefen und in die Weinberge fuhren. Da kauften wir leckeren Wein, Sturm (Sauser) und Kernenöl ein.

Am Sonntag wollten wir dann mit den Kindern eine Kutschfahrt machen, doch man kann diese nur machen, wenn man sich auch das Schloss anschaut, da dies aber niemand interessiert hat ausser mir (den Kinder wäre es langweilig geworden und meine Begleitung ist ja da aufgewachsen), haben wir uns dagegen entschieden und fuhren ins Nachbarsdorf Bärnbach um uns die Hundertwasserkirche anzuschauen.
Die St. Barbarakirche wurde nach dem zweiten Weltkrieg gebaut und war anfang der 80-er Jahre schon wieder baufällig, so dass sich Friedensreich Hundertwasser der Kirche annahm um ihr eine neue Fassade zu verpassen. Die Kirche ist von zwölf Toren der grossen Religionen und Kulturen umgeben. Beim Haupteingang der Kirche steht eine Tafel die alles erläutert. Hinter der Kirche steht das Gemeindehaus, welches im gleichen Stil erbaut wurde. Eine richtige Augenweide. Doch nicht alle Leute von diesem Ort sind begeistert, denn sie wurden scheinbar aufgerufen für das Plattgold der Zwiebeln zu spenden und der Boden vor der Kirche ist sehr uneben (typisch für Hundertwasser), so dass viele ältere Leute Mühe mit dem Gehen haben. Doch trotz allem sind die Einwohner stolz auf diese wunderschöne Kirche.
Im selben Ort gibt es noch einen Mosesbrunnen, gestaltet von Ernst Fuchs. Das Becken besteht aus einem Mosaik mit Glasteilchen und einheimischen Kieselsteinen. Der Sockel der Mosesfigur wurde mit x Swarovskisteinen verziehrt. Auch hier lohnt sich ein Halt. Das fanden sogar die Kinder, denn es gibt noch einen sehr grossen Spielplatz daneben...
Am Montag erledigten wir noch die Sachen, die zu erledigen sind, wenn man schon längere Zeit nicht mehr zu Hause war. Zum Mittagessen bekam ich Zwetschgenknödel von der "Piberoma". Hmmm..., waren die lecker. Leider mochten die Kinder diese Speisse nicht, so dass sie auf Hähnchen vom Vortag ausweichen wollten. Gestärkt von diesem leckeren Essen machten wir uns nach dem Mittagessen auf den Weg nach Hause. Das ging ja auch alles gut, bis wir in Spittal ankamen, denn da hatte sich eine Brücke gesenkt, so dass wir einen sehr weiten Umweg fahren mussten und erst kurz nach sieben nach Hause kamen und nicht schon um fünf wie geplant.
Trotzdem war das Wochenende wunderschön und erholsam. Es hat so richtig Spass gemacht und ich möchte mich an dieser Stelle bei meinen Gastgebern nochmals recht herzlich bedanken!!